Healing Response Methode


Die Healing Response Methode wird vor allem bei frischen vorderen Kreuzbandrissen mit Abriss am Oberschenkelknochen angewendet. Körpereigene Stammzellen aus dem Knochenmark können sich unter mechanischer Beanspruchung zu neuen Zellen, im speziellen auch zu Knorpel- und Sehnenzellen, ausdifferenzieren. Dieses Phänomen nutzen wir bei der Healing-Response-Technik aus. Mittels Arthroskopie werden minimal- invasiv zunächst eventuelle Begleitverletzungen behandelt. Anschließend wird das Knochenmark unterhalb des gerissenen des Kreuzbandes an mehreren Stellen geöffnet, damit Stammzellen aus dem Mark austreten können. Danach wird das Kreuzband an seine Ansatzstelle in das entstandene Blutgerinnsel wieder zurückverlagert und das Kniegelenk gestreckt. Ohne Drainage wird das Kniegelenk mit einer Schiene für etwa vier bis sechs Wochen in einer 10°-Beugung fixiert. Danach erfolgt ein intensives Training. Nach etwa drei Monaten können Sie nach der Behandlung wieder normal Sport, bis hin zum Leistungssport auszuüben. Der Eingriff muss innerhalb von wenigen Tagen nach der Verletzung erfolgen. So können die körpereigenen Heilungskräfte effektiv genutzt werden!


Ist eine konservative Behandlung noch möglich, wird das betroffene Kniegelenk in einer stabilisierenden Kreuzbandschiene von Beginn an für ca. 6 - 8 Wochen stabilisiert. Zur Entlastung der Kreuzbänder verwenden wir dabei spezielle dynamische Orthesen: Die Jack PCL Schiene dient der Entlastung des hinteren Kreuzbandes, die Jack ACL Schiene der Entlastung des vorderen Kreuzbandes.

Während dieser Zeit kann das Kniegelenk zunächst teil- später voll belastet werden. Begleitend erfolgt in der Regel eine Physiotherapie, die der Stabilisierung des Kniegelenks und dem Muskelaufbau dient.


Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist eine häufige Verletzung. Sie führt zu einer vorderen Kniegelenksinstabilität (sog. "vordere Schublade"). Ziel der Operation ist es, die ursprüngliche Stabilität und Funktion des Kreuzbandes und somit des Kniegelenkes wieder herzustellen. Dafür muss das Band anatomisch korrekt platziert und in Stärke und Form dem gerissenen Kreuzband möglichst genau nachempfunden werden. Der Kreuzbandersatz wird heute minimalinvasiv in Schlüssellochtechnik (Arthroskopie) durchgeführt. Über kleine Stichinzisionen wird das Kniegelenk mit einer Kamera (arthroskopisch) nochmals untersucht und der Kreuzbandriss bestätigt. Dann wird ein Transplantat für den Kreuzbandersatz vorbereitet. Normalerweise werden für den Ersatz die körpereigenen Kniebeugesehnen verwendet, aber inzwischen stehen auch verschiedene moderne Techniken für den Ersatz zur Verfügung.

Dr. med. Robert Kilger

Professor an der HS Fresenius (D)


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Orthopädie am Rhy, St. Johanns-Vorstadt 86, CH-4056 Basel

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© Dr. med. Robert Kilger